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wohnen am historischen gestüthof, salzburg
    kontinuität mit innovationspotential
    text: norbert mayr / architektur aktuell / 3.2011

    auch maria flöckner und hermann schnöll verwarfen die option eines neubaus im norden des hofs. zu stark würde er qualität und großzügigkeit des freiraums beeinträchtigen. sie konzentrierten den großteil der baumasse in einem differenzierten baukörper entlang der fürstenallee anstelle des kasernengebäudes. diese städtebauliche kontinuität verbanden sie mit drei durchgesteckten wohnungstypen, die alle an der ebenfalls weiterentwickelten qualität des innenhofs partizipieren. südlich entlang der gestüthalle sahen die architekten gemeinsam mit landschaftsarchitektin carla lo einen kommunalen weg vor. er stärkt den öffentlichen charakter der künftigen nutzung als kunstgalerie und sichert den innenhof als ruhigen, „privaten“ freiraum. dessen zentrum bildet eine großzügige, nutzungsoffene rasenfläche mit solitärbäumen. das polierstöckel an der grundgrenze wird für gemeinschaftsräume verwendet, ebenso soll die holzhütte in reduzierter form als pergola stehen bleiben, dazwischen wird der kleinkinderspielbereich angelegt.

    ein gräser- und staudenpuffer trennt den hof von der holzterrasse vor den erdgeschoßigen wohnungen. der neubau soll drei ausdifferenzierte, durch großzügige verglasungen gekennzeichnete wohnungstypen aufnehmen. dem typ „offene struktur“ in erd- und erstem obergeschoß mit dazwischengeschalteten, halböffentlichen zonen folgt das raummodul „typus wohnen“ mit angegliederten, intensiven dachgärten. innerhalb der volumina sind unterschiedliche ausbaugrade zwischen 2-zimmer-loft und 6-zimmer-einheit möglich. ebenfalls zwischenebenen aufnehmen kann der besonders bemerkenswerte typus „nutzungsneutrale räume“ darüber in den baumkronen der fürstenallee. seinen wohnungen ist eine breite, multifunktionale loggienzone vorgelagert, die installationsstränge verlaufen in der achse des flures und ermöglichen so eine große flexibilität.

    die architekten schlugen vor, auf die sockelzone des „großen stalls“ mit seiner denkmalgeschützten halle wohnungen in einer leichten holzkonstruktion zu setzen. sie bilden mit dem neuinterpretierten baubestand an der nordgrenze ein ensemble aus alt und neu. das siegerprojekt wird im rahmen des laufenden verhandlungsverfahrens überarbeitet. so muss die baumasse der projektierten wohnstruktur auf dem „großen stall“ in die kompakte großform des neubaus integriert werden. das siegerprojekt zeichnet sich durch konzeptuelle qualität und bemerkenswerte wohnungstypen aus. es verdient auch eine anspruchsvolle umsetzung und detailierung.

    der gestaltungsbeirat der stadt salzburg hat entgegen der aktuell gültigen dichte (= bgf/grdfl) von max. 0,6 den bauherren bei einer „städtebaulich verträglichen“ lösung eine erhöhung auf 0,7 in aussicht gestellt. das gremium ist auch dafür verantwortlich, die architekten bei der realisierung der qualitäten ihres siegerprojekts zu unterstützen.



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